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Exkursion in die Vogelwelt mit Philippe Frei

Konzert der Lebensfreude

Bepackt mit Rucksack, Fernrohr und Stativ machen wir uns auf in die Natur. Es ist noch dunkel, nur ein Hausrotschwanz singt im nahen Gebüsch. Nach der Vogeluhr gehört dieser zu den ersten, die den neuen Tag begrüssen. Zeitgeber der Vogeluhr ist der Helligkeitswert, welcher die Vögel mit ihrem Gesang orchestriert. Früh aufstehen lohnt sich!

Phil läuft mit spitzen Ohren durch das Quartier und macht immer wieder darauf aufmerksam, wo ein Sänger sitzt. 5.30 Uhr sind wir beim Ziel angekommen. „Da zwitschert ein Gartenrotschwanz… dort hinten ein zweiter… kannst du es hören?“ Ich staune an diesem Morgen oft über das feine Gehör von Phil und wie gut er die verschiedenen Vogelstimmen kennt und sie unterscheiden kann. Mit einer App spielt er kurz die Laute einzelner Vögel ab, so dass ich sie unter dem immer üppiger werdenden Singsang heraushören kann. Unglaublich, wie dieses Crescendo seinen Lauf nimmt. Es sind fast nur Männchen, die singen. Da es noch zu dunkel ist, um Futter zu suchen, haben sie freie Zeit, die sie zum Anlocken der Weibchen nutzen.

Der Himmel beginnt sich langsam zartrosa einzufärben und die Silhouetten der Bäume treten deutlicher hervor. Nicht lange und die Sonne steigt leuchtend orange am Horizont auf. Die Vögel singen nun aus voller Kehle. Was für eine Freude! Die Sonne wird begrüsst - ein neuer Tag beginnt.

Inzwischen habe ich meinen Feldstecher ausgepackt und wir machen uns auf die Pirsch, um einige der Sänger vor die Linse zu bekommen. Da ein Buchfink, dort ein Girlitz, irgendwo hört man eine Taube gurren und die Krähen stimmen mit ihrem Krächzen ein. Alle sind sie hellwach. Phil hat einen geübten Blick für die gefiederten Freunde. Er stellt das Fernrohr auf, richtet es, damit ich die verschiedenen Exemplare ebenso am Gefieder erkennen kann. Faszinierend sehen sie aus, wenn sie in ihrem Revier sitzen und auf sich aufmerksam machen. Durch die Vergrösserung kann ich fast jede Feder einzeln erkennen. Ein Amselweibchen lässt sich beim Zusammensuchen von Nestmaterial beobachten. Die Bildqualität ist so toll, dass ich mich dem Tier ganz nah fühle. Für diese Blickfänge braucht es eine grosse Ausdauer; Fokus eingestellt und flugs ist das Objekt einen Ast weiter gehüpft oder ganz davon geflogen. Ein Glücksgefühl, wenn die Einstellung gelingt.

Phils Begeisterung für die Ornithologie ist äusserst ansteckend. Meine Neugier ist geweckt und ich freue mich, dass es mir bereits gelingt einzelne Tonfolgen zuzuordnen. Ich bin mir jedoch bewusst, dass dies sehr, sehr viel Übung braucht, denn nicht jeder Vogel pfeift seinen Namen so deutlich wie der Zilpzalp.

Die glänzenden, getupften Stare staksen in grossen Gruppen durchs Gelände, picken Insekten und Samen. Ein Grünfink beansprucht ein verblühtes Blümchen für sich alleine und verscheucht die Konkurrenten. Wir genehmigen uns eine Pause. Heisser Tee und Zwischenverpflegung tun gut.

Auf dem Rückweg macht Phil mich auf die Dohlen aufmerksam, die auf einer riesigen Silberpappel nisten. Durch das Fernrohr kann ich die Nester im zerfurchten Baumstamm und Astwerk des Baumes erahnen.

Auf unserer Exkursion haben wir über 25 Vogelarten entdeckt, viel gelauscht und beobachtet. Dieses unabdingbare Sein im Hier und Jetzt, hat uns einen wundervollen Morgen beschert – ein besonderes Geschenk.

Danke Phil, dass du dein Wissen mit mir geteilt hast.

Marianne Grimm

Die Hauptdarsteller dieses Morgens:  

Hausrotschwanz, Gartenrotschwanz, Amsel, Distelfink, Buchfink, Grünfink, Star, Zilpzalp, Rotkehlchen, Kohlmeise, Blaumeise, Dorngrasmücke, Sommer- und Wintergoldhähnchen, Bachstelze, Girlitz, Feldsperling, Fitis, Gartenbaumläufer, Ringeltaube, Raben- und Saatkrähe, Elster, Dohle, Eichelhäher, Grünspecht, Buntspecht.

Hast du eine Feder gefunden?

www.federn.org Webseiten von Philippe Frei und Agi Müller

unter „federgalerie“ auch als App für Android-Geräte

Vogelstimmen-App: Bird Song Quiz der Vogelwarte Sempach



Gewitter über der Ägäis

Ein Strandspaziergang bei tosender Brandung und rauschendem Wind - ein eindrückliches Szenario! Leuchtend bunte Liegestühle trotzen dem Blaugrau und Grauschwarz. Solche Sturmfronten markieren die Präsenz der Olympier auf das Eindrücklichste. Zeus schleudert Blitze, die ich durch geschlossene Augenlider sehe und fast gleichzeitig kracht der Donner. Boreas drückt die Wolken an die Felswände. Sturzbäche fallen aus dem Himmel. Posseidon schickt riesige Wellen an den Strand, verursacht so viel Meeresschaum, man denkt die Geburt der Aphrodite stehe kurz bevor.

Zum Glück ist in dieser Wildheit Helios Wagen nicht entgleist. Der Hahn begrüsst die ersten Sonnenstrahlen nach dem Gewitter. Im Paradiesgarten ist wieder Ruhe eingekehrt. Regentropfen glitzern auf den Pflanzen. Die Katze schläft im Gartenstuhl.




 
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